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- Astronomie im Berchtesgadener Land -

Der Sternenhimmel im Oktober 2015

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Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. Oktober um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und bildet den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher (nach dem Ende der Sommerzeit entspricht das dann 21 Uhr MEZ!) ab. Bei M13 handelt es sich um den hellsten Kugelsternhaufen am Nordhimmel, der - solange er hoch genug über dem Horizont steht - ein schönes Feldstecher-Objekt und unter sehr guten Bedingungen auch ohne optische Hilfsmittel sichtbar ist (wichtig: gute Adaption der Augen an die Dunkelheit). Bzgl. M31 vgl. den Text. Otto Pilzer
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Der lange heiße Sommer ist nun schon fast vergessen und am 23. September hat nun auch atronomisch der Herbst begonnen, wie man ebenfalls an den fühlbar länger werdenden Nächten und der früher einsetzenden Dämmerung merkt. In der Nacht des 25. Oktober werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt, es gilt wieder die Winterzeit. Am Nachthimmel hat sich der jahreszeitliche Wechsel dagegen noch nicht wirklich vollzogen. Nach wie vor dominieren die typischen Sommersternbilder den Nachthimmel. In erster Linie liegt dies daran, dass aufgrund der früher einsetzenden Dunkelheit sich auch die Beobachtungszeit nach vorne verlagert. Will man daher den jahreszeitlichen Wechsel auch am Firmament beobachten, ist es wichtig, in etwa zur gleichen Zeit den Nachthimmel zu betrachten. Dazu benutzt man am besten die nebenstehende Sternenkarte.

Die Sternenkarte zeigt den aktuellen Sternenhimmel am 15. des Monats um 23.00 Uhr (noch nach Sommerzeit). Da die Sterne mit Ausnahme der Zirkumpolaren im Osten auf- und im Westen untergehen und sich die Erde zusätzlich in einem Jahr um die Sonne bewegt, zeigt sich uns jeden Tag ein leicht veränderter Himmelsausschnitt. Beide Effekte zusammen führen dazu, dass diese Sternenkarte, mit Ausnahme unserer Planeten und des Mondes, nicht nur zur Monatsmitte um 23 Uhr, sondern ebenso zu Monatsanfang um 24 Uhr und zu Monatsende um 22 Uhr (wegen der Umstellung auf die Winterzeit dieses Mal allerdings um 21 Uhr) gültig ist. Auf der Sternenkarte wird der gesamte sichtbare Himmel von Horizont zu Horizont zum angegebenen Beobachtungszeitpunkt wiedergegeben. Die eingezeichneten Sterne am Kartenrand befinden sich somit knapp über dem Horizont. Die Sterne in der Mitte der Karte stehen dagegen senkrecht über einen im so genannten Zenit. Am Kartenrand sind die Himmelsrichtungen angegeben. Bei der Beobachtung dreht man die Karte am besten so, dass sich die Himmelsrichtung, in der man beobachten will, stets unten befindet. Hat man noch wenig Erfahrung mit dem Umgang einer Sternenkarte oder soll es gar das erste Mal sein, so sucht man am besten mit einer kleinen Taschenlampe einen dunklen Ort weitab von irgendwelchen störenden Lichtquellen auf, von wo aus eine schöne Rundumsicht besteht.

Beginnt man den Rundumblick im Westen, so fällt einem dort das nach wie vor sichtbare Sommerdreieck auf. Hoch im Westen funkeln die hellen Sterne Deneb im Schwan, Vega in der Leier und Atair im Adler. Mangels anderer, gleich heller Sterne dominieren diese nach wie vor den Sternenhimmel. Lässt man den Blick weiter in Richtung Mitte der Sternenkarte schweifen, findet man dort nahezu im Zenit stehend das markante Sternbild der Kassiopeia, das "Himmels-W". Ebenfalls nahe des Zenits befindet sich das Sternbild des Kepheus, die Eidechse und Andromeda mit unserer Nachbargalaxie, dem Spiralnebel M31. Weiter im Süden befindet sich das Sternbild des Pegasus, den die übrigen Wassersternbilder Delphin, Fische, Walfisch und der Wassermann begleiten. Das Pegasusquadrat wird auch als Herbstviereck bezeichnet. Drei der Ecksterne gehören zum Pegasus, der vierte gehört zum Sternbild Andromeda. Die vier Ecksterne des Herbstvierecks, die zugleich den Rumpf Pegasus bilden, heißen: Merkab, Scheat, Algenib und Sirrah, der auch Alpheratz genannt wird. Während man Sirrah früher noch zum Sternbild des Pegasus zählte, wird es nunmehr zum Sternbild Andromeda gehörig angesehen. Weiter im Süden nahe des Horizonts kann man mit dem Sternbild der Südlichen Fische mit seinem Hauptstern Formalhaut, dem Sternbild Mikroskop, Bildhauer und Chemischer Ofen einen Blick auf einige Sternbilder des Südsternhimmels erhaschen. Bei dem 1,2mag hellen Stern Formalhaut, was arabisch für "Maul des Fisches" bedeutet, handelt es sich um einen Doppelstern, der als solcher schon in einem 5-cm-Rohr erkannt werden kann. Weiter in Richtung Osten tauchen schon die ersten Wintersternbilder auf und künden vom Nahen der kalten Jahreszeit. Das Sternbild des Stieres mit dem Hauptstern Aldebaran ist schon gut sichtbar, wohingegen Orion gerade zur Hälfte über die Horizontlinie hervorlugt. Weiter oberhalb in nördlicher Richtung befindet sich ein weiteres Wintersternbild, der Fuhrmann mit dem Hauptstern Capella. Der nördliche Teil dieses Sternbildes ist für uns Mitteleuropäer zirkumpolar, geht also nicht unter. Etwas unterhalb lugen die Zwillinge als weiteres Wintersternbild schon über den Horizont hervor. Im Norden schließlich schließt sich der Reigen mit den Sternbildern Großer und Kleiner Wagen, um den sich der Drache schlängelt.

Einen solchen "Knaller" wie die totale Mondfinsternis im letzten Monat kann uns der Oktober nicht bieten. Dafür bietet sich uns am Morgen des 10. Oktober gegen 7 Uhr früh (Sommerzeit) ein herrlicher Anblick des Mondes mit einigen Planeten unseres Sonnensystems. Knapp eine Stunde vor Sonnenaufgang stehen im Südosten wie an einer Perlenschnur aufgereiht die Planeten Merkur, Venus, Mars und Jupiter sowie als dünne Sichel der Mond. Merkur beginnt den Reigen nah am Horizont stehend, weiter oberhalb befindet sich die Mondsichel. Direkt über den Mond kann Jupiter mit seinen Monden betrachtet werden, gefolgt vom rötlich schimmernden Mars. Venus schließt den Reigen und steht knapp unterhalb von Regulus, dem Hauptstern im Sternbild des Löwen. Ein seltener wie bezaubernder Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Stefan Poller


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Otto J. Pilzer, 2015-10-01