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- Astronomie im Berchtesgadener Land -

Der Sternenhimmel im September 2016

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Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. September um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher. M31 stellt die Andromedagalaxie dar - sie ist die hellste Galaxie am nördlichen Himmel und die einzige ihrer Art, die bei uns mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Bei M13 handelt es sich um den hellsten Kugelsternhaufen am Nordhimmel, der als schönes Feldstecher-Objekt und unter guten Bedingungen auch mit bloßem Auge sichtbar ist (wichtig dabei: gute Adaption an die Dunkelheit). Bzgl. Uranus und Neptun vgl. den Text. Otto Pilzer
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Die schöne Sommerzeit neigt sich nun dem Ende zu und mit dem Monat September beginnt das letzte Jahresdrittel. Am 22. September um 16.21 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit überquert die Sonne den Himmelsäquator in Richtung Süden; mit der Tagundnachtgleiche hält der Herbst Einzug in das Land. Von nun an nimmt die Tageslänge stetig ab, auf unserem Breitengrad immerhin um gut dreieinhalb Minuten täglich. Damit ergeben sich für Beobachtungen am Nachthimmel - vorausgesetzt das Wetter spielt mit - immer bessere Bedingungen. Überhaupt ist der Herbst für Sternfreunde oftmals die beste Jahreszeit für Beobachtungen, da die Nächte wieder einigermaßen lang und oftmals noch nicht allzu kalt sind.

Unsere Sternenkarte zeigt den Anblick des Sternenhimmels zur Monatsmitte gegen 23 Uhr. Da die Sterne mit Ausnahme der Zirkumpolaren im Osten auf- und im Westen untergehen und sich die Erde zusätzlich in einem Jahr um die Sonne bewegt, zeigt sich uns jeden Tag ein leicht veränderter Himmelsausschnitt. Beide Effekte zusammen führen dazu, dass diese Sternenkarte, selbstverständlich mit Ausnahme der Planeten und unseres Mondes, nicht nur zur Monatsmitte um 23 Uhr, sondern ebenso zu Monatsanfang um 24 Uhr und zu Monatsende um 22 Uhr gültig ist.

Im Vergleich zum Vormonat August zeigt die Sternenkarte nur leichte Veränderungen. Nach wie vor dominieren die typischen Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler mit ihren hellen Sternen Deneb, Vega und Altair den Nachthimmel, wenn auch dieses Sommerdreieck bereits nach Westen hin verschoben ist. Deneb steht nun annähernd im Zenit, wohingegen Vega und Altair den Meridian bereits überschritten haben. Ganz unten im Südwesten taucht noch der verbleibende Teil des Schützen auf, der übrige Teil ist dagegen schon unter die Horizontlinie hinab gesunken. Auch der Schlangenträger steht weiter im Westen nahe der Horizontlinie. Noch weiter im Norden umgarnt das Sternbild des Herkules die Leier, wohingegen der Bärenhüter mit Arcturus nun schon im Nordwesten teilweise unter die Horizontlinie gesunken ist. Doch auch die Herbsternbilder lassen sich schon gut beobachten. Pegasus, das geflügelte Himmelspferd, befindet sich fast senkrecht über uns, weiter im Norden steht Andromeda mit M31, gefolgt von dem Himmels-W, der Kassiopeia. Etwas unterhalb befinden sich Perseus und - wiederum weiter nördlich - der Fuhrmann samt der hellen Capella. Noch ganz im Osten, gerade erst im Aufgehen begriffen, findet sich der Stier mit dem hellen Aldebaran. Im südöstlichen Himmelsbereich tummeln sich der Walfisch und die Fische, gefolgt vom Wassermann und den Südlichen Fischen mit dem hellen Stern Formalhaut. Dieses relativ kleine Sternbild taucht in Mitteleuropa im Herbst gerade noch über den Südhorizont auf. Die Bezeichnung des Hauptsternes leitet sich dabei aus dem Arabischen her und bedeutet soviel wie "Maul des Fisches". Das Tierkreissternbild der Fische ist ebenfalls am besten im Herbst zu beobachten. Nach der griechischen Sage sollen die Fische Venus und Amor darstellen, die sich in Fische verwandelt haben sollen. Auch der Walfisch ist ein Herbsternbild, dessen Bezeichnung aus der Perseus-Andromeda-Sage herrührt.

Den Planetenreigen eröffnet Merkur. Der Götterbote erscheint zum Monatsende hin im Osten in der Morgendämmerung, also kurz vor Sonnenaufgang. Am 23. taucht er am 6.10 Uhr am Osthimmel als 0,7mag helles Pünktchen auf. Bis Monatsende hin nimmt seine Helligkeit bis -0,7mag zu, wobei die Aufgangszeiten fast gleich bleiben. Der nächste Planet im Sonnensystem, die Venus, lässt sich dagegen am Abendhimmel blicken. Allerdings verfrühen sich ihre Untergänge im Laufe des Monats immer mehr. Geht die Venus am 1. noch um 20.50 Uhr im Westen unter, verschwindet sie am Monatsende schon um 19.57 Uhr unter die Horizontlinie. Da aber im Gegenzug die Dämmerung immer früher einsetzt, kann die Venus letztlich sogar länger beobachtet werden. Zu übersehen ist sie dabei kaum: ist sie doch mit -3,9mag Helligkeit neben dem Mond das hellste Objekt am Sternenhimmel. Weiter geht es zum Mars. Auch dieser findet sich am Abendhimmel tief im Südwesten im Sternbild Schütze wieder. Zu Monatsanfang weist er eine Helligkeit von -0,3mag auf und geht um 23.13 Uhr unter, während er am 30. September nur noch 0,0mag hell erscheint und schon um 22.34 Uhr vom Firmament verschwindet. Der größte Planet im Sonnensystem, Jupiter lässt sich diesen Monat leider nicht blicken, dafür kann unser Ringplanet Saturn betrachtet werden. Wie Mars steht auch Saturn am Abendhimmel im Südwesten, genauer im Sternbild Schlangenträger, das er rechtläufig durchwandert. So hell wie Mars ist er zwar nicht, aber mit 0,5mag immer noch gut erkennbar. Allerdings verabschiedet sich Saturn noch früher als Mars vom Himmelszelt: am Monatsersten immerhin erst um 23.28 Uhr, am Monatsletzten aber schon um 21.38 Uhr. Wer über ein leistungsstarkes Fernrohr verfügt, kann sein Glück auch an den äußersten Planeten versuchen: Uranus und Neptun sind im Sternbild Fische und im Wassermann mit etwas Mühe in der ersten Nachthälfte auffindbar.

Auch unser Mond ist immer wieder ein dankbares Beobachtungsobjekt. Am Monatsersten ist Neumond. In den nächsten Tagen nimmt der Mond stetig zu, ehe er am 9. September halb beleuchtet ist, ebenso wie am 23.9. An diesen Tagen lassen sich an der Hell-Dunkel-Linie besonders gut die die Mondkrater beobachten. Am 16. September ist schließlich Vollmond.

Stefan Poller


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Otto J. Pilzer, 2016-09-01