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- Astronomie im Berchtesgadener Land -

Der Sternenhimmel im Januar 2018

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Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. Januar um 21 Uhr MEZ erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher. Die Andromedagalaxie M31 (als hellste Galaxie am nördlichen Himmel) bzw. der Orionnebel M42 (im "Schwertgehänge" des Sternbilds Orion) sind schöne Feldstecher-Objekte, aber auch nach guter Adaption an die Dunkelheit leicht mit bloßem Auge sichtbar. Otto Pilzer
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Das Sylvester-Feuerwerk können wir in diesem Jahr fast bei Vollmond bewundern, da dieser nur gut einen Tag später, nämlich in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar um exakt 3:24 Uhr eintritt. Noch mal gut einen Tag später, am 3. Jan. um 7 Uhr früh, erreicht die Erde das Perihel ihrer Bahn um die Sonne. Mit 149,1 Mio. Kilometern wird ihr Abstand zur Sonne an diesem Tag minimal. Aber leider kann der damit einhergehende "große" Sonnendurchmesser mit dem Temperaturnachteil ihrer momentan südlichen Stellung nicht Schritt halten, so dass wir auf unseren Wintermantel doch nicht verzichten können. Einen kleinen Vorteil hat das Ganze aber trotzdem. Im Perihel bewegt sich die Erde schneller auf ihrer leicht elliptischen Bahn um die Sonne. Ein halbes Jahr später, wenn wir Sommer haben, bewegt sie sich dagegen etwas langsamer - mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass der Sommer bei uns auf der Nordhalbkugel über eine Woche länger dauert als der Winter.

Auch die Planeten sind zum Jahresbeginn gleich "voll dabei", diesmal Merkur mit der größten westlichen Elongation am Neujahrstag. Sein Winkelabstand zur Sonne beträgt dann über 22 Grad. Bei gutem Wetter kann man den sonnennächsten Planeten etwa eine Woche lang am Morgenhimmel tief im Südosten antreffen. Am 1. Jan. geht er um 6:10 Uhr auf. Sobald er die dichten Luftschichten passiert hat und die Horizontsicht frei ist, können wir den -0,3mag hellen Götterboten erkennen. Ein Fernglas kann dabei hilfreich sein. Im Laufe der ersten Januarwoche verschiebt sich das Ganze um eine Viertelstunde nach hinten.

Die oft als Morgen- oder Abendstern betitelte Venus bleibt in diesem Monat unsichtbar, da sie sich am Taghimmel aufhält. Dafür wird die Sichtbarkeit unseres äußeren Nachbarn Mars langsam besser. Auch er ist, wie alle hellen Planeten in diesem Monat, nur für Frühaufsteher (oder Spätheimkehrer) zu sehen. Sein Aufgang um 3:15 Uhr verändert sich nur geringfügig. Im Laufe des Monats wandert er auf den roten Riesen Antares im Skorpion zu und macht diesem mit seinem rötlichen Licht immer mehr Konkurrenz. Der Helligkeitsunterschied von 0,2mag zum Monatsende ist visuell kaum mehr wahrzunehmen.

Um den 7. Jan. kommt es zu einer engen Begegnung mit dem Riesenplaneten Jupiter. Mars wandert in einem Abstand von nur 0,2° südlich an ihm vorbei. Am Morgen des 11. Jan. zieht die abnehmende Mondsichel 5° nördlich des Planeten-Duos vorbei und bildet zusammen mit Antares ein schönes Vierer-Gespann.

Neben dem Mond ist Jupiter momentan mit knapp -2mag das hellste Gestirn am Firmament. Im Gegensatz zu Mars verfrühen sich seine Aufgänge im Laufe des Monats deutlich (Anfang 3:30 Uhr, Ende 2 Uhr). Zum Ausklang der Nacht - nachdem er deutlich an Höhe gewonnen hat - können seine schönen Wolkenbänder mit einem Teleskop beobachtet werden. Seine vier hellen Monde, die sog. Galileischen Gestirne, kann man auch vorher schon im Fernglas erkennen.

Gegen Ende des Monats kehrt auch Saturn an den Sternenhimmel zurück. In der letzten Januarwoche kann man ab 6:30 Uhr versuchen, den 0,6mag hellen Ringplaneten ganz tief im Südosten im Sommer-Sternbild Schütze ausfindig zu machen. Bei der nahen Horizontstellung und der aufkommenden Morgendämmerung bleibt das jedoch ein schwieriges Unterfangen.

Zum Schluss will ich noch auf die wichtigsten astronomischen Ereignisse im vor uns liegenden Halbjahr hinweisen. Am 31. Januar ereignet sich die erste totale Mondfinsternis des neuen Jahres. Da sich der Mond zu dieser Zeit unter dem Horizont befindet, ist sie für uns leider nicht beobachtbar. Man müsste sich nach Asien oder Australien begeben, um sie verfolgen zu können. Dafür haben wir bei der zweiten MoFi am 27. Juli ein bisschen mehr Glück. Von Europa aus beobachtbare Sonnenfinsternisse stehen leider nicht auf dem Programm. Die partielle SoFi am 15. Feb. ist nur in der Antarktis und im südlichen Polarmeer zu sehen. Angesichts der allgemeinen Reiseeindrücke eines "Ausflugs" dorthin würde sogar die partielle Sonnenfinsternis ziemlich "blass" erscheinen.

Merkur zeigt sich Mitte März schön am Abendhimmel. Venus kehrt ab Mitte Februar wieder an den Abendhimmel zurück und hält sich dort bis September auf. Mars verbessert im Laufe des 1. Halbjahrs laufend seine Sichtbarkeit, bis er Ende Juli bei weniger als 58 Mio. Kilometer Erdabstand (langjähriges Oppositions-Minimum!) in Opposition gelangt. Die Oppositionen der großen Gasplaneten Jupiter am 9. Mai und Saturn am 27. Juni fallen noch ins erste Halbjahr. Der alljährliche Astronomietag findet am 24. März statt. Zahlreiche astronomische Vereine und Organisationen öffnen an diesem Tag für Besucher ihre Pforten. Auch die AAL in Laufen wird sich daran beteiligen.

Bernhard Kindermann


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Otto J. Pilzer, 2018-01-01