- Astronomie im Berchtesgadener Land - Der Sternenhimmel im März 2026![]() Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. März um 21 Uhr MEZ erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher bzw. ab der Sommerzeit damit wieder gegen 21 Uhr MESZ. Bei M13 handelt es sich um den hellsten Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel, bei M31 um die Andromedagalaxie, die auffälligste Galaxie am Nordhimmel, und bei M42 um den bekannten Orionnebel im "Schwertgehänge" des Sternbilds Orion. Wenn sie hoch genug über dem Horizont stehen, sind alle schöne Feldstecher-Objekte; M31 und M42 sind am früheren Abend nach Adaption an die Dunkelheit leicht mit bloßem Auge sichtbar, bei M13 gelingt dies ab dem späteren Abend nur unter sehr guten Bedingungen. Bzgl. Jupiter vgl. den Text. Otto Pilzer [Zum Vergrößern bitte Bild anklicken] Der Monat beginnt mit dem meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März. Knapp drei Wochen später am 20. folgt ihm der astronomische Frühlingsbeginn. Dieser ist nicht an ein exaktes Datum geknüpft, sondern kann um einzelne Tage nach vorne oder hinten wandern. Zeitpunktbestimmend ist das Überqueren des Himmelsäquators durch die Sonne auf ihrem Weg nach Norden. Weil die Sonne an diesem Tag genau am Äquator steht, haben wir Tag- und Nachtgleiche, und sie hält sich jeweils zwölf Stunden über sowie unter dem Horizont auf. Am 29. (letzter März-Sonntag) stellen wir unsere Uhren wieder auf Sommerzeit um. Die drei Planeten Merkur, Mars und Saturn bleiben in diesem Monat unsichtbar. Auch die knapp -4 mag helle Venus gewinnt nur langsam an Sichtbarkeit. Anfang des Monats geht sie um 19:10 unter, das ist ungefähr zum Ende der Dämmerung. Zum Monatsende versinkt sie um 20:30 (= 21:30 MESZ) am Horizont. Da sich im Laufe des Monats auch die Dämmerung um 50 min nach hinten schiebt, bleibt also nur eine halbe Stunde mehr zur Beobachtung der Venus. Sie befindet sich momentan weit hinter der Sonne, so dass ihr Durchmesser nur zehn Bogensekunden beträgt und ihr Planetenscheibchen im Teleskop kreisrund erscheint. Am 8. zieht sie in nur 1° Abstand nördlich an Saturn vorbei und am 20. kommt es zu einer reizvollen Begegnung mit der sehr schmalen Mondsichel (40 Std. seit Neumond). Jupiter bleibt weiterhin der Star der Nacht. Da er jetzt am Nachmittag aufgeht (unbeobachtbar), erreicht er schon am frühen Abend große Höhen und ist damit in der ersten Nachthälfte optimal zu beobachten. Mit -2,3 mag dominiert er den Nachthimmel bis zu seinem Untergang, der knapp zwei Stunden vor Beginn der Morgendämmerung eintritt. Mit einem guten höher vergrößernden Fernglas kann man ihm schon erste Details entlocken - nämlich seine vier hellen Begleiter, die Galileischen Monde. Freilich müssen sie deutlichen Abstand haben, um von ihm nicht überstrahlt zu werden. Die hohe Vergrößerung in einem Teleskop ermöglicht uns hingegen, verschiedene Szenarien der Mondbewegung genau mitzuverfolgen. Ein vor Jupiter stehender Mond kann vor dem Planetenscheibchen durchwandern (sog. Durchgang) und sein Schatten kann auf Jupiter fallen (Sonnenfinsternis auf Jupiter). Ein Mond wird unsichtbar, wenn er sich direkt hinter Jupiter aufhält (sog. Bedeckung) oder Jupiters Schatten auf ihn fällt (Sonnenfinsternis auf ganzem Mond). Diese Ereignisse treten sehr häufig auf, weil die Umlaufzeiten der Jupitermonde mit etwa zwei bis 16 Tagen recht kurz sind. Ihre Zeitpunkte sind vorherberechnet und können Jahrbüchern entnommen werden. Aber das ist noch nicht alles. Schon in einem kleinen Fernrohr werden zwei Wolkenbänder in Jupiters Atmosphäre greifbar. Mit etwas mehr Öffnung kommen der Große Rote Fleck und weitere Strukturen seiner Atmosphäre zum Vorschein. Der Winter neigt sich dem Ende zu, das wird auch am Sternenhimmel deutlich. In Kürze ist das Wintersechseck nicht mehr vollzählig, weil zuerst Rigel und dann Sirius sowie Aldebaran untergehen. Auf unserer Sternkarte hat der Krebs seine Kulmination fast vollendet und das klassische Frühlingssternbild Löwe steht zur Ablösung bereit. Nördlich davon haben Kleiner Löwe und Großer Bär auch schon den Südmeridian angetastet und der unscheinbare Luchs hat ihn bereits überschritten. Der Krebs ist ein Übergangssternbild, mit dem der Winter- in den Frühlingshimmel übergeht. In der Sternkarte wird es als auf dem Kopf stehendes Y dargestellt. Vom Zentralstern weg gehen drei Zweige zu anderen Sternen, von denen aber keiner heller als 3,5 mag ist. Somit würde es sich eher um ein unscheinbares Sternbild handeln, wenn da nicht noch was anderes wäre, das für Bekanntheit sorgt. In seinem Zentrum beherbergt es die Krippe (lat. Präsepe, M 44), einen 3 mag hellen offenen Sternhaufen, der schon mit bloßem Auge als nebeliger Fleck erkennbar ist. Auch im Altertum war er als "wolkiger Stern" bekannt. Ein Fernglas beliebiger Größe löst den Nebel in Einzelsterne (ab 6,5 mag) auf und das große Bildfeld lässt genügend dunkles Umfeld übrig, um den prachtvollen Sternhaufen voll zur Geltung zu bringen. Es werden etwa 30 bis 50 Sterne sichtbar, von denen die hellsten ein nach Osten geöffnetes V bilden. Im Teleskop sollte die Vergrößerung möglichst gering gewählt werden, da sein Durchmesser von über einem Grad sonst das Bildfeld sprengt. Ein Teleskop unbedingt zu empfehlen ist für den offenen Sternhaufen M 67, der sich zwei Grad rechts des Sterns Alpha befindet (das ist der Zielstern des südöstlichen Y-Zweiges). Die Helligkeit des Nebels als auch seiner Einzelsterne ist um 3 bis 4 mag geringer als bei M 44, so dass im Feldstecher nur ein schwaches Leuchten erkennbar wird. Mit nur einem Viertel des Durchmessers konzentrieren sich seine mehr als 100 Mitglieder auf einen deutlich engeren Raum und er ist mit 2500 LJ auch viermal so weit entfernt wie die Krippe - ein echter Kontrast an sich ähnlicher Objekte. Nachdem das Teleskop schon aufgebaut ist, kann man noch eine andere Objektklasse ins Visier nehmen, vielleicht die Galaxie NGC 2683. Sie befindet sich fünf Grad über dem Zielstern des nördlichen Y-Zweiges und gehört eigentlich schon zum Sternbild Luchs. Ab fünf Zoll Öffnung wird eine lange im Verhältnis 6:1 ausgedehnte Galaxie in Kantenlage sichtbar - ein Leckerbissen für Galaxienjäger, deren Hauptsaison jetzt anbricht. Bernhard Kindermann
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Otto J. Pilzer, 2026-03-01 |