- Astronomie im Berchtesgadener Land - Der Sternenhimmel im Mai 2026![]() Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. Mai um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher. Bzgl. Venus, Jupiter und M13, den hellsten Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel, vgl. den Text. Otto Pilzer, www.sternwarte-laufen.de [Zum Vergrößern bitte Bild anklicken] Im Monat Mai starten die Frühlingssternbilder so richtig durch und auch der Sommer macht sich am Himmel schon bemerkbar. Die Wintersternbilder hingegen verabschieden sich nun endgültig vom Firmament. Der Orion ist zwar in der Abenddämmerung noch tief im Westen zu sehen, spielt aber, sobald sich der Himmel vollständig verdunkelt hat, keine Rolle mehr. Dafür prangt der Löwe, eines der typischen Frühlingssternbilder, am Abend gut sichtbar in südwestlicher Richtung. Sein markanter blau-weißer Hauptstern Regulus mit einer Oberflächentemperatur von etwa 13.000 Kelvin hilft dabei beim Auffinden. Ein weiteres prächtiges Sternbild am Abendhimmel ist der östlich des Löwen stehende Bärenhüter oder auch Bootes genannt. Mit dem orange-roten Stern Arktur, einem Roten Riesen (Oberflächentemperatur nur ca. 4.300 Kelvin), ist hier einer der helleren Sterne am abendlichen Frühlingshimmel vertreten. Die bereits erwähnten Sterne Regulus und Arktur bilden mit dem ebanfalls bläulich-weißen Stern Spica (beide Komponenten des Doppelsternsystems haben über 20.000 Kelvin) im Sternbild Jungfrau, in südlicher Richtung gelegen, das sogenannte Frühlingsdreieck. Viel bekannter als das Frühlingsdreieck ist jedoch das Sommerdreieck. Es setzt sich aus den Sternen Vega (im Sternbild Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler) zusammen. Diese Konstellation ist jedoch erst gegen Mitternacht entsprechend weit über dem Horizont, dafür wird sie dann im Laufe des Sommers mehr und mehr bereits am Abendhimmel zu sehen sein und dabei den südlichen Himmel dominieren. Der große Wagen steht im Mai direkt über uns, das Sternbild Kassiopeia, oft auch wegen seiner markanten Form Himmels-W genannt, tief im Norden. Eine besondere Situation haben wir diesen Mai bei den Mondphasen. Denn nicht nur dass es zweimal Vollmond gibt in diesem Monat, es wird dieser auch genau am ersten und letzten Tag des Monats ereignen. Neumond wird dementsprechend dann Mitte des Monats, genauer gesagt am 16., sein. Um diese Zeit herum findet man dann sicher gute Bedingungen, um einige lichtschwächere Objekte am Himmel zu beobachten. Die hoffentlich schon wärmeren Temperaturen helfen dabei beim Warten, bis sich der Himmel vollkommen verfinstert hat. Dies ist zu Beginn des Monats gegen 22:00 Uhr (alle Uhrzeiten sind Sommerzeit) der Fall. Dann lässt sich bereits mit einem Feldstecher der Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules beobachten. Herkules besteht aus eher nicht so hellen Sternen, seine Lage zwischen den markanten Sternbildern Bärenhüter und Leier hilft aber beim Aufsuchen. Wenn man den Herkules dann erst einmal gefunden hat, sollte man sich beim Suchen von M13 an den zentralen vier Sternen orientieren, die scheinbar fast ein Rechteck bilden. Auf der gedachten Verbindungslinie der beiden rechten Sterne liegt der Sternhaufen dann im oberen Drittel. Im Fernglas ist dieser schon als verwaschener Fleck zu erkennen, aber erst in einem Teleskop erkennt man das tatsächliche Ausmaß dieses unsere Galaxie begleitenden Himmelsobjekts, das sich aus rund einer halben Million Sternen zusammensetzt. Werfen wir nun einen Blick auf die Planten im Mai. Der innerste Planet in unserem Sonnensystem, Merkur, kann nicht beobachtet werden. Dafür ist der nächste in der Reihe, die Venus, umso auffälliger. Sie wird zunehmend prominenter am Abendhimmel und wandert dabei im Laufe des Monats vom Sternbild Stier in die Zwillinge. Ihre Helligkeit bleibt dabei nahezu unverändert bei -4 mag, damit ist sie nach dem Mond das mit Abstand hellste Objekt am Nachthimmel. Zu Monatsbeginn geht unser Nachbarplant um 23:15 Uhr unter, zum Ende des Monats kurz nach Mitternacht. Eine schöne Begegnung mit der noch schmalen zunehmenden Mondsichel wird sich am Abend des 18. Mai ereignen. Gegen 23:00 Uhr ist diese nette Konstellation am Westhimmel zu beobachten. Dazu gesellt sich, in allerdings etwas größerem Abstand, Jupiter. Der Gasriese steht im Mai auch noch hoch genug am Abendhimmel, allerdings verkürzen sich seine Beobachtungszeiten mehr und mehr. Geht der größte Planet in unserem Sonnensystem mit einer Helligkeit von -1,9 mag zu Monatsbeginn noch gegen 1:45 Uhr unter, so ist das zu Monatsende schon um Mitternacht der Fall. Die zunehmende Mondsichel wird sich am Abend des 20. ganz in der Nähe von Jupiter aufhalten und dadurch einen schönen Anblick ermöglichen. Mars und Saturn sind im Mai so gut wie nicht aufzufinden, höchstens der Ringplanet Saturn kann mit etwas Glück schon in der Morgendämmerung erspäht werden. Auch Uranus und Neptun bleiben diesen Monat verborgen. Bei den periodischen Sternschnuppenströmen sind die recht ergiebigen Eta-Aquariiden von Mitteleuropa leider nicht optimal zu beobachten. Besser sieht es für all diejenigen aus, die sich möglicherweise auf Urlaub im Mittelmeerraum befinden. Dort gehört dieser Sternschnuppenstrom mit bis zu 70 Sternschnuppen pro Stunde zu einem der aktivsten Ströme im Jahr. Ralf Purschke
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Otto J. Pilzer, 2026-05-01 |