- Astronomie im Berchtesgadener Land - Der Sternenhimmel im Juli 2026![]() Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. Juli um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher. M31 stellt die Andromedagalaxie dar - die hellste Galaxie am nördlichen Himmel und die einzige ihrer Art, die bei uns mit bloßem Auge zu erkennen ist. Wichtig bei M31 und M13 (vgl. den Text): gute Adaption an die Dunkelheit. Otto Pilzer [Zum Vergrößern bitte Bild anklicken] Bevor wir uns dem aktuellen Sternhimmel zuwenden, werfen wir einen Blick auf wichtige Erscheinungen des zweiten Halbjahres. Die totale Sonnenfinsternis am 12. August ist in Mitteleuropa partiell am Nachmittag sichtbar. Ihre Totalitätszone reicht von der Arktis über den Atlantik nach Spanien und endet im Mittelmeer. Gute Beobachtungsmöglichkeiten sind in Nord- und Zentralspanien sowie auf Mallorca, wo die Totalität bis zu 100 Sekunden dauert. Eine partielle Mondfinsternis am 28. August kann in ihrer ersten Hälfte in den frühen Morgenstunden beobachtet werden. Der Sternschnuppenstrom der Perseiden mit Maximum am 12. August findet dieses Jahr bei Neumond statt. Es fehlt nur noch gutes Wetter! Uranus steht am 26. November in Opposition zur Sonne und befindet sich genau in der Mitte zwischen Plejaden und Hyaden. Bei 5,5 mag ist ein Fernglas hilfreich. Dem Vorteil der angenehmen Temperaturen stehen im Juli die kurzen und nicht so dunklen Nächte gegenüber. Nachdem wir uns noch so nah an der Sonnenwende befinden, geht die Sonne zu Beginn des Monats um 21:11 (alles MESZ) unter und schon um 5:13 wieder auf. Zieht man noch die Zeit der Dämmerung ab, so bleiben für die astronomische Nacht nur ca. zwei Stunden übrig. Bis zum Ende des Monats hat sich diese Zeit schon auf vier Stunden verlängert. Doch lassen wir uns dadurch nicht entmutigen und suchen uns in einer mondlosen Nacht einen dunklen Platz mit guter Rundumsicht. Ersteres ist auf jeden Fall um die Monatsmitte der Fall, denn am 14. Juli ist Neumond. Beginnen wir mit den Planeten am Abendhimmel. Nach Sonnenuntergang erscheint Venus (-4,1 mag) als Abendstern und geht um 23:15 unter. Sie wandert im Lauf des Monats entlang der Ekliptik durch das Sternbild des Löwen und kommt am 9. an Regulus vorbei. Ihre Helligkeit nimmt bis zum Ende des Monats auf -4,3 mag zu, aber ihr Untergang erfolgt dann schon um 22:15. Jupiter im Krebs ist schon zu nah an der Sonne und nähert sich der Konjunktion. Saturn (0,7 mag) in den Fischen geht anfangs um 1:15 im Osten auf, bis zum Monatsende verfrüht er seine Aufgänge auf 23:15, bis er dann in der Morgendämmerung verschwindet. Am Morgenhimmel ist Mars (1,5 mag) im Stier zu Monatsbeginn ab 3 Uhr im Osten zu sehen, und seine Aufgangszeiten verfrühen sich bis Ende des Monats um eine knappe Stunde, bis er schließlich in der Morgendämmerung unsichtbar wird. Eine gute Gelegenheit den Planeten Uranus zu suchen, ergibt sich am 4. Juli, wenn Mars in nur 6 Bogenminuten Abstand an ihm vorüberzieht. Am 30. oder 31. Juli kann man versuchen, um 5 Uhr den Planeten Merkur (0,7 mag) am Osthorizont in den Zwillingen zu entdecken. Insgesamt erreichen mehrere Meteorströme Ende Juli ihr Maximum, dieser überlappende Höhepunkt ist das absolute Highlight. Die Delta-Aquariden erscheinen zwischen dem 12. Juli und 19. August, das Maximum dürfte in diesem Jahr am 30. Juli nach Mitternacht sein. Es sind 20 bis 25 Sternschnuppen pro Stunde zwischen 3 und 5 mag zu erwarten. Allerdings wird der helle Mond die Sicht beeinträchtigen, denn am 29. Juli ist Vollmond. Die Alpha-Capricorniden sind ein eher unauffälliger Meteorschauer, was die Anzahl der Meteore betrifft, doch sie sind berühmt für ihre hellen, langsam fliegenden Feuerkugeln. Im Jahr 2026 fällt ihr Höhepunkt mit dem der Delta-Aquariden zusammen. Die Juli-Gamma-Draconiden sind ein selten beobachteter und äußerst unvorhersehbarer Meteorschauer, der Ende Juli auftritt und auf der Nordhalbkugel sichtbar ist. So überraschten die Gamma-Draconiden im Jahr 2016 die Beobachter mit einem kurzen, aber intensiven Ausbruch. Im Jahr 2026 wird die Erde erneut durch denselben Bereich im All ziehen, in dem sich der Ausbruch ereignete - dies macht 2026 zu einem besonders vielversprechenden Jahr, um die Gamma-Draconiden im Auge zu behalten. Das Maximum ist am 28. Juli mit etwa 5 hellen Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Hoch am Himmel prangt um Mitternacht das Sommerdreieck bestehend aus Atair im Adler, Vega in der Leier und Deneb im Schwan. Westlich davon sind der Bärenhüter (Bootes) mit dem hellen Arcturus, die auffallende Nördliche Krone mit dem Hauptstern Gemma und die Jungfrau schon nahe dem Horizont. Das Sternbild Herkules und der darin enthaltene berühmte Kugelsternhaufen Messier 13 steht fast senkrecht im Zenit und damit ideal für genauere Beobachtung mit Hilfsmitteln, weil die von der Atmosphäre der Erde nur wenig getrübten Lichtstrahlen ziemlich direkt auf das Beobachtungsinstrument treffen. M13 ist der hellste Kugelsternhaufen des Nordhimmels und mit 5,8 mag auch im Fernglas schon gut zu finden. Bei einer Entfernung von ca. 25.000 LJ hat er einen Durchmesser von 150 LJ und man schätzt, dass er aus mindestens 500.000 Sternen besteht. Sein Entdecker Sir Edmond Halley merkte 1714 an, dass er sich bei dunklem, mondlosem Himmel auch dem bloßen Auge zeigt. Es gilt nun vor allem die mondlosen Nächte der ersten Monatshälfte zu nutzen, um die nur in dieser Jahreszeit gut sichtbaren Sternbilder Schütze und Skorpion mit ihren relativ hellen Gasnebeln besonders gut beobachten zu können. Der Lagunennebel M8, der Adlernebel M16, der Omeganebel M17 und der Trifidnebel M20 laden bei Helligkeiten zwischen 5,5 und 6,5 mag dazu ein, sie schon im Fernglas zu finden. Dazu kommt im weiteren Umfeld eine ganze Anzahl von Kugelsternhaufen. Gerardo Inhester
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Otto J. Pilzer, 2026-07-01 |