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- Astronomie im Berchtesgadener Land -

Der Sternenhimmel im August 2026

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Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. August um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und bildet den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher ab. Bei M13 handelt es sich um den hellsten Kugelsternhaufen des bei uns sichtbaren Nachthimmels, der ein schönes Feldstecher-Objekt darstellt und unter sehr guten Bedingungen auch ohne optische Hilfsmittel erkennbar ist (wichtig dabei: gute Adaption an die Dunkelheit). Die Andromedagalaxie M31, die lichtstärkste Galaxie am nördlichen Himmel, kann als einzige ihrer Art bei uns mit bloßem Auge gesehen werden. Bzgl. Saturn vgl. den Text. Otto Pilzer
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Zwar sind die Zeiten dunklen Himmels im August noch begrenzt, aber verschiedene Ereignisse dürften Sternfreunde doch hinauslocken.

Da wäre zunächst die totale Sonnenfinsternis am 12. August. Sie ist in Deutschland nur als partielle Sonnenfinsternis mit einem Prozentsatz von knapp 90% kurz vor Sonnenuntergang zu sehen, wer aber in dieser Zeit Nordspanien oder Mallorca besuchen kann, nimmt die letzte Gelegenheit in Europa vor 2048 wahr. In Spanien findet die Finsternis kurz vor Sonnenuntergang statt (ca. 20:30 Ortszeit) und die Totalität dauert knapp 2 Minuten. Dazu ist zu erwähnen, dass eine totale Sonnenfinsternis ein Erlebnis ist, das nicht mit einer partiellen oder ringförmigen Finsternis verglichen werden kann. In Süddeutschland beginnt die Verfinsterung kurz nach 19:20 und dauert bis ca. 20:25 (alles MESZ) und die Bedeckung erreicht fast 90%.

Aufgrund der Bahn des Mondes ereignet sich wie häufig zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis eine diesmal partielle Mondfinsternis mit über 90% Verfinsterung in der Nacht vom 27. auf den 28. August. Sie beginnt um 4:34 und erreicht ihr Maximum um 6:13, da ist der Mond aber kurz davor untergegangen.

Nun zu den Planeten:

Vier der mit bloßem Auge sichtbaren Planeten versammeln sich zusammen mit Uranus und Neptun am Morgenhimmel, die Venus glänzt am Abendhimmel. Aufgrund des Geltungzeitpunkts der Sternkarte findet sich darauf nur der Saturn.

- Merkur als sonnennächster Planet bietet von Anfang bis Mitte August eine Morgensichtbarkeit. Anfangs geht er um 4:30 auf und verschwindet um 5:00 in der Morgendämmerung. Bereits am 2. August erreicht er seine größte westliche Elongation. Am 11. August steht die schmale Mondsichel über Merkur und am 15. August zieht Merkur - schon am Horizont - an Jupiter im Krebs vorbei. Aufgrund der Horizontnähe und der Morgendämmerung sollte man nicht frustriert sein, wenn die schwierige Beobachtung dieser Begegnung nicht gelingt.

- Venus (-4,5 mag) in der Jungfrau ist "Abendstern", geht aber immer früher unter. Am 15. August erreicht sie ihre größte östliche Elongation, am 16. August begegnet ihr der Mond.

- Mars (1,5 mag) als Objekt des Morgenhimmels wechselt vom Stier in die Zwillinge und bekommt am 9. August Besuch vom Mond.

- Jupiter betritt Ende August wieder die morgendliche Bühne.

- Saturn (0,8 mag) in den Fischen geht anfangs des Monats kurz nach 23 Uhr im Osten auf und verschwindet kurz nach 5 Uhr in der Morgendämmerung. Seine Aufgangszeiten verfrühen sich im Lauf des Monats um zwei Stunden.

- Uranus im Stier und Neptun in den Fischen können mit einem guten Fernglas oder Teleskop ebenfalls am Morgenhimmel aufgefunden werden - es empfiehlt sich ein Aufsuchkärtchen aus dem Internet. Ende des Monats kann man bereits am späten Abend versuchen, Uranus zu erspähen.

Die Sternbilder zeigen das für den Sommer typische Bild mit dem Sommerdreieck bestehend aus Vega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler, im Zenit. Im Westen nähert sich Arktur als letzter Stern des Frühlingsdreiecks zunehmend dem Horizont, und im Osten steigt im Laufe der Nacht das Herbstviereck immer höher, das aus vier Sternen 2. Größe beteht. Anders als der alternative Name Pegasus-Quadrat vermuten läßt, gehört der nördlichste Stern Sirrah (oder Alpheratz) nicht zum Sternbild Pegasus, sondern zum Sternbild Andromeda.

Südöstlich von Schwan und Leier finden sich vier kleine Sternbilder, die gerne übersehen werden: Füllen, Delphin, Pfeil und Fuchs. Ungleich größer sind die "Schlagen-Sternbilder" Schlange (Serpens) und Schlangenträger (Ophiochus) südwestlich davon. Die Schlange besteht aus zwei Regionen, dem Schlangenkopf (Serpens Caput) und dem Schlangenschwanz (Serpens Cauda), zwischen denen der Schlangenträger liegt. Serpens ist das einzige Sternbild, das sich aus zwei nicht zusammenhängenden Teilen zusammensetzt. Bereits in der Antike interpretierten die Griechen diese Konstellation als Schlange, die vom heilkundigen Asklepios (lat. Äskulap) getragen wird. Es ist eben diese Schlange, die sich um den Äskulapstab windet.

Für Freunde von Deep-Sky-Objekten bietet das leider nahe über dem Südhorizont gelegene Sternbild Schütze ein wahres Eldorado mit einer Vielzahl vom Messier-Objekten wie Nebeln oder Sternhaufen. Mit bloßem Auge tut man sich schwer, aber ein Feldstecher oder ein kleines Teleskop lassen einen schnell eintauchen in diese faszinierende Welt.

Und schließlich darf der bekannte Perseiden-Sternschnuppenstrom nicht unerwähnt bleiben, dessen Höhepunkt in den Nächten vom 12. auf den 13. und vom 13. auf den 14. erwartet wird, und damit genau nach dem Neumond vor dunklem Himmel auch die schwächeren Exemplare gesichtet werden können. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 0 und 4 Uhr. Die Perseiden sind auf den Kometen Swift/Tuttle zurückzuführen, der eine Umlaufzeit von rund 133 Jahren hat. Bei jedem Umlauf verliert er an Materie, die sich auf seiner Bahn verteilt. Einmal im Jahr kreuzt die Erde diese Bahn und die winzig kleinen Partikel führen beim Eintritt in die Atmosphäre zu Leuchterscheinungen.

Gerardo Inhester und Otto Pilzer


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Otto J. Pilzer, 2026-08-01