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- Astronomie im Berchtesgadener Land -

Der Sternenhimmel im September 2026

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Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. September um 23 Uhr Sommerzeit (MESZ) erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher. Bei M13 handelt es sich um den lichtstärksten Kugelsternhaufen am Nordhimmel, der als schönes Feldstecher-Objekt unter besten Bedingungen auch freisichtig ist (wichtig dabei: gute Adaption an die Dunkelheit). Bzgl. Saturn und M31 vgl. den Text. Otto Pilzer
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Im September heißt es schön langsam sich vom Sommer zu verabschieden. Das merkt man zum einen an den sichtbaren Sternbildern, zum anderen aber auch daran, dass am 23. des Monats die Tag-und-Nach-Gleichheit eintritt, die dem astronomischen Herbstanfang entspricht. Das bedeutet, dass ab diesem Datum die Nächte wieder länger als die Tage sind, und das ändert sich dann erst wieder im März kommenden Jahres. Aber diese länger werdenden Nächte bei meist noch recht angenehmen Temperaturen können wir Sterngucker uns natürlich zunutze machen, um den nächtlichen Sternhimmel zu erkunden. Sonnenaufgang ist dabei Mitte des Monats gegen sieben Uhr (Sommerzeit) und Sonnenuntergang gegen halb acht Uhr. Bis die Dämmerung aber komplett abgeschlossen ist und man mit astronomischen Beobachtungen beginnen kann, sollte man bis etwa 21 Uhr warten. Neumond ist im September am 11. und Vollmond am 26. des Monats.

Am frühen Abend steht nach wie vor schön das Sommerdreieck am südwestlichen Himmel. Die drei Sterne Deneb (Sternbild Schwan), Vega (Leier) und Atair (Adler) bilden hier dieses markante Dreieck, welches so charakteristisch ist für den (spät-)sommerlichen Himmel. Deneb steht dabei im Zenit, also direkt über uns als Beobachter. Lässt man dann den Blick etwas Richtung Osten schweifen, kündigt sich aber auch am Sternenhimmel unübersehbar der Herbst mit seinen typischen Sternbildern an.

Das "Herbstviereck" des Pegasus ist deutlich auszumachen. Anders als beim Sommerdreieck gehören beim "Pegasusquadrat" jedoch alle Sterne zu einem Sternbild - wobei das genau genommen auch nicht stimmt, denn zum Sternbild Pegasus zählen tatsächlich nur drei Sterne und der vierte bereits zur Andromeda (erkennbar an den gestrichelten Linien auf der Sternkarte). Das an Pegasus direkt anschließende Sternbild Andromeda enthält den bekannten und bereits mit bloßem Auge sichtbaren Andromedanebel M31. Südöstlich davon ist das Sternbilder der Fische zu erkennen, nordwestlich liegt das Himmels-W der Kassiopeia hoch am Himmel.

Im Nordwesten fährt der Große Wagen über dem Horizont gen Westen, wo die Schlangen-Sternbilder bereits am untergehen sind. Im Nordosten hingegen kündigt sich mit dem Fuhrmann und dem Stier bereits die kalte Jahreszeit an, und die zum Stier gehörenden Plejaden M45 steigen im Laufe der Nacht höher. Sie werden auch Siebengestirn genannt, da man mit bloßem Auge von den mindestens 400 Sternen des offenen Sternhaufens typischerweise sieben mit bloßem AUge erkennen kann. Weil zu ihnen auch Plejone als veränderlicher Stern zählt, werden in anderen Kulturen teilweise nur sechs Sterne dazu gerechnet. Kinder mit ihren besseren Augen können teilweise deutlich mehr Sterne erkennen, dies lässt sich durch Zeichnen auf einer Karte auch nachweisen.

Bei den Planeten ist Merkur diesen Monat nicht zu beobachten, dafür strahlt Venus in all ihrem Glaz am Abendhimmel im Westen. Ihre Helligkeit erreicht dabei unübersehbare -4,8 mag, allerdings geht sie im Laufe des Monats immer früher unter. Zu Beginn gegen 21 Uhr (alle Zeitangaben Sommerzeit), zum Ende des Monats dann schon um 19:15 Uhr. Damit ist sie zu Monatsende kaum mehr am Abendhimmel wahrnehmbar.

Mars ist ein Planet für die zweite Nachthälfte. Unser Nachbar geht am 1. September um 1:30 Uhr auf, am 30. bereits um 1 Uhr, die Helligkeit des roten Planeten liegt dabei bei etwa 1 mag. Im weiteren Verlauf der Nacht wird dann auch Jupiter sichtbar. Er ist im Sternbild Löwe zu finden und geht zunächst um 4:15 Uhr auf, zu Monatsende bereits gegen 2:50 Uhr. Dabei erreicht der Gasriese eine Helligkeit von -1,9 mag. Am 9. kommt es früh morgens um 5 Uhr zu einem Zusammentreffen mit der Mondsichel. Da sich auch der Mars in der Nähe befindet, ist das sicher ein netter Anblick bzw. ein gutes Fotmotiv für all jene, die schon wach sind.

Saturn näherst sich seiner Oppositionsstellung und ist somit praktisch die ganze Nacht zu beobachten. Anfang September geht der Ringplanet um 21:15 Uhr auf, Ende des Monats dann zwei Stunden früher. Seine Helligkeit beträgt dabei 0,4 mag.

Auch Uranus ist fast die ganze Nacht über zu beobachten, zunächst ab 23 Uhr, später dann ab 21 Uhr. Da seine Helligkeit dabei nur 5,6 mag beträgt, empfiehlt sich ein Fernglas zum Aufsuchen. Auch der Neptun steht aktuell in Opposition zur Sonne und dadurch die ganze Nacht hindurch am Himmel. Damit das Auffinden des lichtschwachen Planeten (7,8 mag) auch gelingt, sollte man allerdings schon ein kleines Fernrohr zu Hilfe nehmen. Bei beiden lichtschwachen Planeten ist zu einem Aufsuchkärtchen aus dem Internet zu raten.

Große, markante Sternschnuppenströme so wie im August sind im September nicht zu erwarten. Allerdings gibt es mehrere kleinere Ströme, die aktiv sind und auch teilweise mit sehr hellen Meteore überraschen können. Somit lohnt sich in den möglicherweise letzten lauen Spätsommernächten allemal der Blick gen Himmel.

Ralf Purschke und Otto Pilzer


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Otto J. Pilzer, 2026-09-01