- Astronomie im Berchtesgadener Land - Der Sternenhimmel im November 2026![]() Die abgebildete Sternkarte ist für den 15. November um 21 Uhr MEZ erstellt und zeigt den Sternenhimmel entsprechend am Monatsanfang rund eine Stunde später sowie am Monatsende ca. eine Stunde früher. M31 stellt die Andromeda-Galaxie dar, die hellste Galaxie am nördlichen Himmel und die einzige ihrer Art, die bei uns mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Bei M13 handelt es sich um den lichtstärksten Kugelsternhaufen am Nordhimmel, bei M42 um den bekannten Orionnebel im "Schwertgehänge" des Sternbilds Orion. Wenn sie hoch genug über dem Horizont stehen (bei M13 nur in den frühen und bei M42 ab den späteren Abendstunden), sind alle schöne Feldstecher-Objekte; M31 und M42 sind nach Adaption an die Dunkelheit leicht ohne Hilfsmittel sichtbar, bei M13 gelingt dies nur unter exzellenten Bedingungen. Bzgl. Saturn vgl. den Text. Otto Pilzer [Zum Vergrößern bitte Bild anklicken] Am 25. Oktober sind die Uhren wieder zurückgestellt worden, dadurch verfrühen sich Sonnenauf- und -untergang jeweils um eine Stunde. Auch die Sternkarte ist nun wieder Anfang November für 22 Uhr MEZ gültig, Mitte des Monats um 21 Uhr und Ende November gegen 20 Uhr. Der Sonnenaufgang verlagert sich im Lauf des Monats von 6:53 auf 7:35, entsprechend verfrüht sich der Sonnenuntergang von 16:50 auf 16:18. Wir brauchen jetzt nicht mehr so lange warten, bis die ersten Sterne am Abendhimmel erscheinen. Ist der Himmel dann auch noch klar, können wir nach den bekannten Sternen und Sternbildern suchen und mit Hilfe der Sternkarte auch das eine oder andere Neue für uns entdecken. Und noch etwas dürfen wir nicht vergessen: Auch der Mond spielt für die Beobachtung eine wichtige Rolle. Bevorzugt sind die mondlosen Nächte, wenn der Mond schon früh unter- oder erst spät aufgeht. Das ist in den ersten zwei Wochen der Fall. Neumond ist am 9. und Vollmond am 24. November. Doch beginnen wir mit der Abendbeobachtung. Im Westen beherrscht der Schwan, der mit seinen ausgebreiteten Schwingen abwärts strebt, die Himmelsfläche. Es gibt wenige Sternbilder, bei denen man sich die dargestellte Figur so plastisch vorstellen kann. Der lange Hals steht im deutlichen Gegensatz zum kurzen Hinterteil. Der oberste Stern, Deneb, ist mit 1,25 mag der hellste. Sein Name bedeutet auf arabisch passend "Schwanz", während der unterste Stern, Albireo, arabisch "Schnabel" heißt. Letzterer zählt zu den farblich schönsten Doppelsternen, ein wahres Prachtstück am Himmel. Schon ein Fernglas genügt, um den rötlich schimmernden Riesen (3,1 mag) von seinen 34,4" entfernten blau-weißen Begleiter (5,1 mag) zu trennen. In der griechischen Mythologie gehört der Schwan zur "Herkules-Familie". Herkules verfolgt die Vögel, den Schwan und den Adler, die zusammen mit dem dritten, dem Geier (heute die Leier), die Stymphalischen Vögel darstellen - eine der zwölf Aufgaben des Herkules. Am Westhimmel sind Adler und Leier links und rechts unterhalb des Schwans zu finden, Herkules unter der Leier am Horizont. Die jeweils hellsten Sterne, Deneb im Schwan, Vega in der Leier und Atair im Adler, bilden bekanntlich das Sommerdreieck, das sich jetzt verabschiedet. Ganz hoch im Zenit steht die Kassiopeia, das "Himmels-W". Etwas darunter am Südmeridian kulminiert gerade Pegasus. Das Quadrat wird auch als "Herbstviereck" bezeichnet, wobei der obere östliche Stern schon zum Sternbild Andromeda gehört, das sich nach oben fortsetzt. Am Abendhimmel im Süden hält Saturn (0,8 mag) in den Fischen als einziger Planet die Stellung, begleitet nur von Neptun, der westlich von ihm steht. Mit dessen Helligkeit von 7,8 mag ist er allerdings nur mit dem Fernrohr oder einem guten Fernglas zu sehen. Im Osten genau zwischen Hyaden und Plejaden kann man auch nach Uranus (5,9 mag) Ausschau halten. Im Osten gehen noch vor Mitternacht zunächst Mars (1,1 mag) und kurz danach Jupiter (-1,6 mag) beide im Löwen auf. Während Jupiter seine Stellung kaum verändert, zieht Mars im Lauf des Monats in östlicher Richtung an ihm vorbei. Von Jupiter sind inzwischen 115 Monde entdeckt. Am bekanntesten sind die vier nach ihrem Entdecker benannten Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto. Sie sind auf einer Linie zu sehen und wären mit 4 mag mit bloßem Auge sichtbar, wenn sie nicht so nah bei Jupiter stünden. Am 13. November um 5 Uhr ist eine besondere Konstellation der Jupitermonde zu erwarten, die schon im Fernglas beobachtet werden kann: Am frühen Osthimmel, links von Jupiter, bedecken sich Europa und Io, während rechts von Jupiter Ganymed und weiter entfernt Callisto liegen. Der Vorgang dauert von 4:50 bis 5:25 MEZ, bis die beiden Monde wieder getrennt zu sehen sind. Am 16. November ist Mars besonders nah an Jupiter (1,2°). Nach ihrer unteren Konjunktion taucht Venus (-4,4 mag) im Osten in der Jungfrau nahe des Hauptsterns Spica auf. Sie ist den ganzen Monat als Morgenstern zu sehen, immer in der Nähe von Spica. Ab 10. November erscheint auch Merkur (1,7 mag) über dem Osthorizont. Er nähert sich der Venus bis zum 14.11., um sich dann wieder in das Sternbild Waage zurück zu ziehen; dabei nimmt seine Helligkeit zum Ende des Monats bis auf -0,6 mag zu. Die beste Sichtbarkeit tritt in den Tagen um den 21. November ein. Es gibt auch noch Sternschnuppenströme, die zu beobachten sind: Das sind zunächst die Leoniden, deren Radiant etwa 10° nordöstlich von Regulus liegt. Sie erscheinen vom 13.-30.11, mit einem spitzen Maximum am Morgen des 17. November. Es sind zwar nur 10 bis 15 Meteore pro Stunde zu erwarten, aber da der Mond weit unter dem Horizont ist, sind die Bedingungen günstig. Die schnellen Sternschnuppen (70 km/s) stammen vom Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Außerdem sind da die Alpha-Monocerotiden, die von einem Punkt im Einhorn zwischen Prokyon und Sirius zu kommen scheinen. Das Maximum ist am frühen Morgen des 22.11. zu erwarten. In der Zeit zwischen 4:30 und 5:40 kann man ohne störenden Mond beobachten. Es hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder Meteorschauer mit hundert und mehr Sternschnuppen gegeben. Gerardo Inhester
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Otto J. Pilzer, 2026-11-01 |